Verhaltener Optimismus in der Verpackungsbranche

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Anlässlich der Fachpack in Nürnberg am 29. September 2009 erklärt der Vorsitzende des Bundesverbandes Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE), Joachim Hasdenteufel: Das vergangene Jahr endete für unsere Mitgliedsunternehmen – trotz leichter Rückgänge im letzten Quartal 2008 – mit einem insgesamt sehr erfreulichen Ergebnis: Der gesamte Produktionswert an Holzpackmitteln und Paletten betrug 2008 etwa 1,1 Milliarden Euro. Das sind immerhin 8,6 % mehr als im Jahr 2007. 2008 haben wir 81 Millionen Holzpaletten im Wert von rund 627 Millionen Euro produziert. Positiv aus unserer Sicht entwickelten sich sowohl die Produktionsmenge mit einem Plus von 9,8 %, als auch der Umsatz unserer Branche mit einem Plus von 6,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Das beweist, welchen Stellenwert die hölzernen Transportmittel für den internationalen Warenverkehr besitzen. Der Produktionswert von Kisten, Verschlägen und Kabeltrommeln betrug rund 440 Millionen Euro. Gute 12,6 % legte die Herstellung von Kisten zu und bei den Kabeltrommeln konnten wir ein Plus von 6,6 % verbuchen. Auch die Umsätze stiegen: Bei Kisten um 12,5 % und bei Kabeltrommeln um immerhin 7,8 %. Im Exportbereich Flachpaletten gab es 2008 Steigerungen um 5,3 % auf rund 21,9 Millionen Stück, die jetzt in aller Welt ihren Dienst auf Lastwagen, Zügen, Schiffen oder in Flugzeugen tun. Anders sieht es bei den Importen aus: Im Vergleich zum Vorjahr sanken diese 2008 um 8,3 % auf rund 44,1 Millionen Stück. Der Export von Kisten aus Holz legte um gute 13,3 Prozent auf rund 24,5 Millionen Euro zu. Eingeführt wurden Holzkisten für rund 58,9 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 9,7 %. Insgesamt präsentiert sich der für unsere Branche wichtige Bereich Import/Export etwas uneinheitlich, wobei wir von einem sich wieder erhöhenden Importdruck zum Jahresende hin ausgehen. Die Produktionszahlen des ersten Quartals 2009 konnten die guten Werte des Vorjahres leider nicht bestätigen. Der Produktionswert der Branche verzeichnete insgesamt ein Minus von 18,7 % auf 205,4 Millionen Euro. Die Palettenproduktion sank von rund 19,2 Millionen Stück im ersten Quartal 2008 auf rund 16,5 Millionen im ersten Quartal 2009. Der Rückgang beträgt 14,1 %. Der Produktionswert ging von rund 152 Millionen Euro auf rund 116 Millionen Euro zurück, das ist ein Minus von 23,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Weniger stark waren die Rückgänge im Bereich Transportkisten. Der Produktionswert sank um 10,5 % von rund 93,7 Millionen Euro auf rund 83,8 Millionen Euro. Die Produktionsmenge reduzierte sich um 14,1 % von 314 Millionen Kubikmeter auf 270 Millionen Kubikmeter. Höher fallen die Rückgänge bei den Kabeltrommeln aus. Hier ergibt sich ein Minus bei der Produktionsmenge von 23,9 %. Statt rund 17,5 Millionen cbm wurden noch rund 13,3 Millionen cbm Holz verarbeitet. Bezogen auf den Produktionswert bedeutet dies einen Rückgang um 23,8 % von 7,1 Millionen auf 5,4 Millionen Euro. Aufgrund der allgemeinen Unsicherheit am Markt gestaltet sich der Ausblick auf den weiteren Verlauf des aktuellen Geschäftshalbjahres unserer Ansicht nach schwierig. Er hängt stark von der Angebotsausrichtung der Unternehmen ab. Derzeit werden spürbar weniger Paletten produziert als 2009. Sehr uneinheitlich fällt die Entwicklung bei den Exportverpackern aus. Wir gehen davon aus, dass sich stärkere Rückgänge erst später einstellen werden, da momentan noch langfristige Verträge abgearbeitet werden. Aufgrund der Wirtschaftskrise liegen derzeit viele Aufträge „auf Eis“. Versandtermine sind verschoben oder zunächst gänzlich ausgesetzt. Dies führt zur verstärkten Nachfrage nach zusätzlichen Lagerkapazitäten, die von vielen Mitgliedsunternehmen verfügbar gemacht werden. Die eingelagerten Maschinen und Anlagen sind in der Regel versandfertig verpackt, so dass sie bei Bedarf kurzfristig auf den Weg gebracht werden können. Hinsichtlich der Mitarbeiterstruktur ist die Lage nicht allzu dramatisch. Unsere Unternehmen bauen derzeit noch Arbeitszeitkonten ab, behelfen sich teilweise mit Kurzarbeit und haben Zeitarbeitnehmer freigesetzt. Die Flexibilität unserer mittelständisch geprägten Branche hat Entlassungen fest angestellter Arbeitnehmer bislang weitgehend verhindert. Zwar sind betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen, aber unsere Mitgliedsfirmen stehen insgesamt gut da. Weitere Prognosen zur Entwicklung der Situation unserer Branche können wir allerdings nicht abgeben, da wir dafür ganz erheblich auf die derzeit sehr uneinheitlichen Einschätzungen unserer nationalen und internationalen Kunden angewiesen sind. Wir hoffen aber, dass sich die Lage im Laufe der kommenden Monate entspannen wird und wir schon bald wieder an die guten Werte der vergangenen Jahre anknüpfen können.